G L A S

Glas kann hauchdünn, durchsichtig, durchscheinend, farbig, empfindlich, zerbrechlich, flächig, bauchig, dickwandig, opak, spröde, hart, scharf, geschliffen, kalt etc. sein. Auch meine Klänge können hauchdünn, durchsichtig, farbig, durchscheinend, empfindlich, zerbrechlich, flächig, bauchig, dickwandig, opak, spröde, hart, scharf, geschliffen, kalt etc. sein.

In einem abgedunkelten Raum werden Objekte Schwedischer Glaskunst des 20. Jahrhunderts durch Spotlight vereinzelt und zum Funkeln gebracht und durch meine Audioinstallation GLASmiteinander verbunden.

Zwei unterschiedliche Arten von Klanggeschehen wechseln regelmäßig.

Das 1. Klanggeschehen besteht aus schwebenden Klängen:

Die Töne sind in dem Wort „GLAS“ enthalten (die Töne „G“, „A“ und „AS“).

Die Töne erklingen in unterschiedlichen 4 Oktavlagen. Aus der Kombination der 3 Töne in 4 Oktavlagen (4 x 4 x 4) ergeben sich 64 kurze Sequenzen. Die Folge der 64 Sequenzen habe ich gelost, genaue Tonhöhen notiert und danach langsam eingespielt.

Das 2. Klanggeschehen besteht aus Klängen und Geräuschen, die ich mit gläsernen Alltagsgegenständen erzeuge: eine Flasche anblasen, dickwandige, genoppte Gläser gegeneinander reiben, Murmeln in einer Glasschale kreisen lassen, mit Gläsern „anstoßen“, Bechergläser mit einem Glasstab anschlagen. Die Glasklänge/Glasgeräusche, ergänzen, „stören“ oder mischen sich unter die schwebenden Klänge.

Die kurzen Klangfolgen sind vereinzelt (wie mit einem Spot beleuchtet)

Die Klänge sind leise, ätherisch (wie entmaterialisiertes Glas). Vielleicht kann man Glas hörbar machen…


G LA S
Audioinstallation, 2-kanalige Klangkunstkomposition, 2 Lautsprecher, Speichermedium/Kabel/Audiotechnik

Schwedische Glaskunst des 20. Jahrhunderts, Städtisches Museum Schleswig, 2001